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Testbericht Paperwhite von Amazon

Ein normales Tablet zum eBook Lesen nutzen? Nunja – Tablets haben zwar eine Hintergrundbeleuchtung, aber wenn die Sonne scheint, bereitet das Überstrahlen Probleme bei der Lektüre. Zum uneingeschränkten Lesen ist ein Tablet also eher ungeeignet, denn die Augenbelastung verringert sich, wenn ein Lesegerät passend zu den individuellen Bedürfnissen eingestellt werden kann. Genau diese Benutzerfreundlichkeit erwartete man vom Kindle Paperwhite von Amazon.

Lesen auch bei Dämmerlicht
Der Paperwhite verfügt über LED-Lichtquellen, die im Rahmen eingebaut sind. Durch diese ebenso einfache wie geniale Idee verteilt sich das Licht auf einer Lichtfolie. Von da aus wird das Display beleuchtet. Bei Dämmerlicht und selbst bei völliger Dunkelheit bereitet das Lesen keine Probleme, zumal die Beleuchtung sich mit einer 24-Stufen-Regelung an die Gegebenheiten anpassen lässt. Meine Augen wurden nicht geblendet, wie es bei meinem Tablet oft der Fall war. Die Beleuchtung kann allerdings nur reduziert und nicht vollständig abgeschaltet werden. Daher verbraucht der Paperwhite immer Strom. Andere E-Book-Reader schröpfen den Akku nur beim Umblättern oder bei Änderungen der Lesedarstellung. Trotzdem hält der Akku länger durch als zum Beispiel beim Kindle 4, der es ohne Hintergrundbeleuchtung auf eine Laufzeit von rund 27.000 Seiten bringt. Laut Herstellerangaben sind mit dem Paperwhite etwa 50.000 Seiten zu schaffen. Bei mir gingen nach 18 Stunden bei optimaler Helligkeit des Displays die Lichter aus. Aber in der Regel wird ja die volle Beleuchtung nicht benötigt, so dass leicht eine Laufzeit des Akkus von rund 30 Stunden erreicht wird. Für meinen Geschmack ist das eine ansehnliche Leistung.

Erstklassige Verarbeitung
Wie auch bei den anderen Lesegeräten von Amazon ist die Verarbeitung beim Kindle Paperwhite erstklassig. Neben der Bildschirmbeleuchtung sprechen die hervorragende Auflösung, die höher ist als bei anderen Geräten von Amazon oder Sony und der relativ hohe Kontrast für das Lesegerät. Außerdem ist der Paperwhite blitzschnell beim Bildaufbau. Beim Anblick des großartigen Schriftbildes meinte meine Tochter, es würde sich rasch dasselbe Lesegefühl einstellen wie bei einem „echten“ Buch. Dieser Einschätzung kann ich nur beipflichten. Eigentlich fehlt der digitalen Tinte nur noch ein entsprechender Geruch. Die Oberfläche des Touchscreens ist ein wenig angeraut. So entsteht sogar das Gefühl, Papier zu berühren. Überhaupt sind Touchscreen und Betriebssystem bestens aufeinander abgestimmt. Mit einem Finger lässt sich bequem die Ansicht der Titelseiten bedienen, die kürzlich gelesen wurden. Eine Berührung am Rand genügt, um vorzublättern. Ebenso zügig funktioniert das Touchscreen, wenn die Beleuchtung verändert werden muss oder nach neuem Lesefutter im Shop gesucht wird.

6 Zoll Display
Das Display hat eine Diagonale von 6 Zoll bei einer Auflösung von 1.024 x 758 Pixel, die damit die meisten E-Book-Reader übertrifft. So können die Buchstaben leserfreundlich scharf eingestellt werden. Fotos können allerdings nur in Graustufen angesehen werden, was aber bei allen Lesegeräten dem Standard entspricht. Der schmale Reader von Amazon wiegt nur 213 Gramm, ist also nicht schwerer als ein normales Taschenbuch. Wer Nachschub ordern will, braucht dazu keinen Computer. Ob Bücher oder Zeitschriften, per WLAN kann alles direkt vom Amazon-Shop geholt werden. Aber natürlich ist auch eine Übertragung mit USB-Kabel von Amazon zum Paperwhite möglich. Was fehlt, ist ein Kopfhörerausgang. Wer sich gerne vorlesen lässt, muss darauf verzichten.

Fazit
Der Paperwhite von Kindle ist ein hochwertiges Lesegerät, das dank seiner ausgefeilten Technik das Lesen zum Vergnügen werden lässt. Optimal wäre, wenn sich die per se hervorragende Bildschirmbeleuchtung automatisch den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen würde. Aber das ist nicht wirklich ein Nachteil. Das 6-Zoll-Format entspricht der Größe eines Taschenbuchs. Der Reader kann daher an jeden Ort mitgenommen werden, denn selbst kleine Tablets sind schwerer und größer. Wie bei allen Kindle-Geräten üblich, weiß auch der Paperwhite nichts mit dem Epub-Format anzufangen. Aber das ist weder ein Nachteil noch eine wirkliche Überraschung, denn es ist verständlich, dass Amazon die Kundenbindung mit seinem eigenen Angebot betreibt.

 

Kindle-Paperwhite-Test

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