17.04.2014
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Stromfresser Internet – was kann man tun? – Gastbeitrag

18,5 Millionen Tonnen CO² und 27 Tonnen radioaktiver Müll – das sind erschreckende Zahlen.

Und für jeden, der sowohl als User als auch als Kreativer im weltweiten Netz tätig ist, sind diese Zahlen doppelt erschreckend, denn sie bezeichnen nur das, was allein das Internet im Jahr 2010 der Umwelt angetan hat (Zahlen laut Greenpeace). Und das Internet wächst unaufhörlich: Es ist inzwischen ein gigantischer Stromfresser geworden. Tendenz: steigend. Sind Programmierer, Blogger, Surfer und Normaluser also mitverantwortlich für die Klimakatastrophe? Klare Antwort: natürlich!

Eine einzige Suchanfrage bei Google ist für einen CO²-Ausstoß von 2 Gramm verantwortlich und verbraucht 4 Watt in der Stunde. Eine kurze Einschätzung, wie viele Anfragen man pro Tag, Monat oder Jahr an die große Suchmaschine stellt, führt schnell zu der Erkenntnis, dass allein für die Eingabe und Verarbeitung von Suchwörtern kiloweise Kohlendioxid in die Luft geblasen wird – und das Internet besteht ja nicht nur aus Google. Je komplexer die Seiten werden, umso mehr Strom fordern sie. Und immer leistungsfähiger und damit stromhungriger werden die Server, die diese Seiten bereitstellen.

Wer lediglich als Internetuser in den Weiten des Netzes unterwegs ist, hat kaum einen Einfluss darauf, wie viele Kilowattstunden seine Seitenaufrufe, Online-Games oder E-Mails serverseitig verursachen. Otto Normalsurfer kann lediglich versuchen, seinen eigenen Stromverbrauch zu Hause oder am Arbeitsplatz zu drosseln. Wer sich einfach mal ein oder zwei Stunden mit Stromeinsparungsmöglichkeiten beschäftigt, wird schnell sehen, wie viel Energie (und Geld!) man durch nachlässiges Verhalten zum Fenster hinauswirft.

Öko Strom – Was der Internetsurfer tun kann

Aber ganz verzichten will und kann wohl niemand auf den Strom. Immerhin gibt es die Möglichkeit, bei der Wahl des eigenen Stromanbieters auf regenerativ erzeugte Angebote zu setzen. Ökostromtarife gibt es mittlerweile viele, und die meisten sind nicht sehr viel teurer als Normaltarife. Eine einfache Suchanfrage bei Stromportalen wie Wechselbutler oder Enerdream – verbunden mit einem Klick auf den Butten “Nur Ökostrom” – ergibt eine schnelle Übersicht über die Möglichkeiten, seinen eigenen Stromverbrauch auf “CO²-frei” umzustellen. Die Abwicklung des Tarifwechsels ist einfach und unkompliziert; alles passiert online. Diesbezüglich gibt es also keine Ausreden.

Ist Ökostrom Etikettenschwindel? Das wird immer wieder behauptet. Schließlich sei der Strom, den man physikalisch verbraucht, nach dem Tarifwechsel immer noch derselbe wie vorher. Das stimmt auch, ist aber trotzdem kurzsichtig gedacht. Denn es kommt darauf an, welche Art von Strom im eigenen Namen vom Stromanbieter auf dem Markt eingekauft wird. Mehr Nachfrage nach Ökostrom sorgt auch für eine Beschleunigung der Energiewende. Denn seit der Strommarkt liberalisiert wurde, gelten auch hier die Gesetze des Marktes, und diese richten sich im Wesentlichen nach Angebot und Nachfrage.

Öko Hosting – Was der Webseitenbetreiber tun kann

Was für den Stromverbrauch zu Hause gilt, gilt genauso für den Stromverbrauch auf der anderen Seite des Internets (aus Surfer-Perspektive gesehen). Denn es gibt auch Öko-Server beziehungsweise Öko-Hoster. Unternehmen, die Server zur Verfügung stellen und bei denen Programmierer, Blogger oder alle Betriebe mit Online-Auftritt Internetseiten betreiben, sind in der Auswahl ihres Stromversorgers genauso frei wie Privatkunden. Wer selbst eine oder mehrere Webseiten betreibt, kann sich für Webhoster entscheiden, die auf grünen Strom setzen. Diese Hoster legen in der Regel auch besonderen Wert auf Server, die energiesparend betrieben werden und trotzdem keine Abstriche bei der Leistungsfähigkeit machen müssen.

Fazit: Das Internet treibt den Stromverbrauch in die Höhe, keine Frage. Aber man muss nicht tatenlos zusehen, besonders dann nicht, wenn man selbst im Internet mehr als andere tätig ist. Gerade diejenigen, die im Netz kreativ sind, können durch die Wahl ihres Hosters einen doppelten Beitrag zur Forcierung der Nachfrage nach Ökostrom leisten. Und einfach ist es auch.


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Martin Straub auf Google+

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