16.04.2014
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Wie IT Produkte zu ihren Namen kamen

Hintergrundinformationen zu Namen aus dem IT Bereich

Mussten Sie auch schon einmal schnell etwas googlen? Oder kurz etwas bei Wikipedia nachschauen? Sie sind in aller Munde, die Begriffe der IT-Branche, die es in den Duden geschafft und sogar ganze Generationen geprägt haben. Aber wissen Sie eigentlich, wie Wikipedia, Apple und Co zu ihren Namen kommen? Wenn nicht, dann lohnt es sich weiterzulesen, denn hinter manchem Namen steckt doch mehr, als man denkt.

Jeder tut es, jeder kennt es und es ist aus dem World Wide Web nicht mehr wegzudenken: Google. Das Unternehmen aus Kalifornien startete seinen Triumphzug 1998 und avancierte zum Branchenprimus innerhalb von 10 Jahren. Gegenwärtig arbeiten mehr als 23.000 Mitarbeiter für die Gesellschaft, die einen jährlichen Umsatz von 23,6 Mrd. US-$ vorweisen kann.
Aber was bedeutet Google? Das Wort spiegelt das Ziel wieder, die größtmögliche Menge an Informationen im Internet zu beschaffen, welche verfügbar ist. Google leitet sich von dem Wort „Googol“ ab, welches die Zahl 10 hoch 100, also eine 1 gefolgt von 100 Nullen, darstellt. Der amerikanische Mathematiker Edward Kasner bat 1938 seinen neunjährigen Neffen Milton Sirotta, für diese Zahl ein Wort zu erfinden, da jene ein Teil seiner Arbeit zu seinem Buch „Mathematik und Vorstellung“ darstellt. Leider ist nicht überliefert, wie Milton seinerzeit auf Googol kam. Man wird es wohl auch nicht mehr herausfinden, denn er verstarb im Februar 1981.

Ein weiteres „Schwergewicht“ des Internets mit ca. 10.000.000 Artikeln ist das Online-Nachschlagewerk Wikipedia. Die Enzyklopädie, welche aus dem im Jahr 2000 gegründeten Nupedia resultiert, gehört laut dem Serverdienst Alexa Internet zu den Top 10 der am höchst frequentierten Internetseiten der Welt.
Wikipedia zählt zur Wikimedia-Stiftung, welche sich der Förderung freien Wissens verschrieben hat und eine nichtgewinnorientierte Organisation ist. Das Nachschlagewerk ist derzeit in 278 Sprachen verfügbar, worunter auch regional begrenzte Dialekte wie zum Beispiel „Kölsch“, „Westfriesisch“ und „Plattdeutsch“ zu finden sind. Der Name Wikipedia ist ein Kunstwort, welches sich aus den Begriffen „Wiki“ und „Encyclopedia“ zusammensetzt. Das Wort Wiki stammt aus dem Hawaiischen und bedeutet „schnell“, was in Kombination mit dem Fragment „pedia“ genau das vermitteln soll, wofür das Nachschlagewerk steht: ein großer Wissensschatz, auf den man sofort zugreifen kann.

Auf einen großen Wissensschatz, gespickt mit viel Erfahrung und Ideen für herausragende Innovationen, kann wohl auch dieses Unternehmen zurückgreifen: Apple. Der Hersteller von Soft- und Hardware hat sich seit der Gründung im Jahr 1976 zu drittwertvollsten Marke der Welt mit einem Wert von 83,1 Mrd. US-$ entwickelt. Einer der kreativen Köpfe der Firma ist der Vorstandsvorsitzende Steve Jobs, welcher eine der herausragenden Persönlichkeiten der Computerindustrie darstellt. Auf ihn ist auch der Name Apple und das zugehörigen Kürzel „Mac“ zurückzuführen. Jobs ernährte sich zu Zeiten der Unternehmensgründung laut eigenen Aussagen nur von Obst und da das Gründerteam bei der Anmeldung des Unternehmensnamens im Verzug war, schlug er scherzhafterweise „Apple Computer“ (zu Deutsch: „Apfel Computer“) vor, um die Kreativität der Kollegen zu fördern – woraus leider nichts wurde. So blieb der Name und als der erste Computer der Firma produziert wurde, blieb man der „ernährungsorientierten“ Namensgebung treu und nannte diesen „Macintosh“, in Anlehnung an die Apfelsorte „McIntosh“. Das Kürzel „Mac“ ist unter den Produkten von Apple sehr häufig zu finden, sei es bei dem Laptop „MacBook“, dem Computer „iMac“ oder dem Betriebssystem „Mac OS X“.

Ein weiteres Betriebssystem mit einem interessanten Namen ist wohl Windows. Mit einem geschätzten Marktanteil von 92 % ist das Produkt des Unternehmens Microsoft das am weitesten verbreitete Betriebssystem der Welt. Microsoft ist ein in einem Vorort von Seattle beheimatetes Unternehmen, welches im Bereich der Softwareentwicklung tätig ist. Bill Gates, der im Jahr 1975 den Betrieb gegründete, gehört ähnlich wie Steve Jobs zu den bekanntesten Personen der Branche. Er zog sich jedoch im Jahr 2007 aus dem Tagesgeschäft zurück und ist für Microsoft lediglich als Aufsichtsratsvorsitzender tätig.
Die Produktpalette von Microsoft reicht unter anderem von dem bereits erwähnten Betriebssystem „Windows“ über Programme wie „Microsoft Word“ zu Spielen wie dem „Microsoft Flight Simulator“. Windows existiert seit dem Jahr 1985 und wurde kontinuierlich weiterentwickelt, von "Windows 1.0" zu "Windows 7".
Der Name bedeutet übersetzt „Fenster“ und charakterisiert die grundlegende Funktionsweise des Betriebssystems: die Darstellung von Programmen in Fenstern.

Für eine Darstellungsweise in Fenstern ist wohl auch dieses Medium geeignet, auch wenn hierbei vermehrt Fernseher zum Einsatz kommen: die „Blu-Ray Disk“, welche eine Weiterentwicklung der CD bzw. DVD darstellt. Auch wenn Blu-Ray nicht mit spektakulären Daten wie die vorherigen Unternehmen auftrumpfen kann, so ist die Entstehungsgeschichte nicht weniger interessant, denn nicht viele können von sich behaupten, einen „Formatkrieg“ gewonnen zu haben.
Das Streben nach Weiterentwicklung macht bekanntermaßen auch nicht vor Speichermedien halt und so beschloss im Jahr 2002 eine Gruppierung von neun Unternehmen (u.a. Panasonic, Sony und Samsung) die Weiterentwicklung der DVD in Form der Blu-Ray Disk. So sollte dem Wunsch nach einer größeren Speicherkapazität, einer höheren Datenrate und somit einem besseren Filmerlebnis entsprochen werden. Hierzu bildete sich einen Gegenströmung, welche die Entwicklung der „HD DVD“ plante, diese jedoch nach dem sogenannten „Formatkrieg“ die Produktion im Jahr 2008 einstellte, da sich eine bessere Verbreitung der Blu-Ray Disk abzeichnete.
Der Name Blu-Ray bezieht sich hierbei nicht auf die bläuliche Färbung des Datenträgers, sondern auf die verwendete Technik. Übersetzt bedeutet der Produktname „blauer Strahl“ und umschreibt den violetten Lichtstrahl des verwendeten Lasers, welcher das Medium „liest“.

Nicht nur um das Lesen, sondern auch ums Sehen und Hören geht es dem letzten Hersteller bei dieser Vorstellung: „AsusTeK Computer“, besser bekannt unter dem Markennamen „Asus“. Dem taiwanischen Unternehmen geht es in seiner Produktion primär um die Herstellung von PC-Komponenten wie Grafikkarten und Motherboards, aber auch komplette Notebooks, Computer, Monitore und PDAs werden produziert.
Die unter den TOP 500 der größten Gesellschaften gelistete Firma besteht seit 1989 und verfolgte mit der Namensgebung eine schlaue Strategie. Einerseits leitet sich „Asus“ von dem aus der griechischen Mythologie bekannten Wesen „Pegasus“ ab, welches für die Inspiration und Kunst steht. Man möchte so auf die Innovationen und die Qualität der Produkte hinweisen. Andererseits wollte man mit dem Markennamen eine hohe Position in Listen erzielen, welche alphabetisch sortiert sind.

Alleine die Vorstellung dieser Unternehmen bzw. deren Produkte zeigt die vielfältigen Möglichkeiten bei der Entstehung von Markennamen. Sei es die Darstellung der Unternehmensphilosophie oder das Herausstellen konkreter Funktionen der Produkte – unüberlegt ist ein solcher Name in der Regel nie. Das darf er auch nicht sein, denn im Idealfall schafft man das, was die angeführten Beispiele bereits erreicht haben. Denn diese sind bereits in aller Munde.


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Martin Straub auf Google+

Ein Kommentar

  1. Sehr schön, gerne mehr davon. Als ethymologisch interessierter Mensch finde ich v.a. das mit der Apfelsort MacIntosh bemerkenswert. Es lehrt uns: Namen müssen nicht intuitiv sein, sondern einfach gut vermarktet werden.

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