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Nuki – das elektronische Türschloss im Test

Nuki ist ein ehemaliges Kickstarter Projekt, an dessen Erfolg ich schon damals geglaubt habe und von mir auch bei der Finanzierung unterstützt wurde. Die Timeline der Umsetzung für das Türschloss, welches mein Smart Home durch ein elektronisches Türschloss komplettieren sollte, konnte zwar nicht ganz gehalten werden – aber hey, was solls – letztendlich ist es wichtig, dass das Produkt auf dem Markt kam und es zuverlässig funktioniert. Doch bevor weiter auf die Details zu Nuki eingehe, möchte ich Euch kurz erklären, wie das System montiert wird und was es eigentlich macht!

Bei Nuki handelt es sich im klassischen Sinne um ein Key-Turner System. D.h. auf der Innenseite Eurer Wohnung steckt sozusagen der Schlüssel im Schloss und die Elektronik wird sozusagen drum herum angebaut. Was dann passiert ist im Grunde keine Hexenkunst! Die Software im Schloss steuert einen kleinen Motor an, welcher den Schlüssel im inneren des Schlosses in die entsprechende Richtung dreht. Das wars dann auch schon!

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Schlüssel nach rechts drehen – Türe wird aufgesperrt und entriegelt
Schlüssel nach links drehen – Türe wird verschlossen

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Die Ansteuerung des Schlosses kann dabei entweder durch den innen liegenden Knopf oder eben durch die App erfolgen, welche auf dem Smartphone installiert ist. Alternativ dazu gibt es den Nuki Fob – dies ist sozusagen ein kleiner Schlüsselanhänger – der auf Knopfdruck die Tür öffnen kann. Ich vergleiche diesen recht gerne mit der Fernbedienung für das elektronische Garagentor. Den Einsatzbereich des Nuki Fobs sehe gerade bei Kindern oder älteren Personen, welche sich nicht mehr mit der aktuellen Technik beschäftigen wollen – der Hausherr jedoch diese Technology einsetzen möchte.

Wenn ich mich über dieses Türschloss unterhalten, bekomme ich immer wieder die gleichen Fragen gestellt, auf die ich vorab kurz eingehen möchte.

Ist es richtig, dass das Türschloss dann von außen nicht mehr mit einem herkömmlichen Schlüssel benutzt werden kann, wenn innen der Schlüssel steckt? 

Diese Frage kann man leider pauschal nicht beantworten. Denn es gibt Schlösser, bei denen nur eine einseitige Nutzung möglich ist. Aber es gibt auch Sicherheitsschlösser – wie z.B. jenes welches sich an meiner Haustüre befindet, bei dieser kann man das Schloss auch sperren – wenn auf der Gegenseite ein Schlüssel steckt.

Kann man das Schloss auch ohne Elektronik bedienen?

Ja, man kann das Schloss manuell durch eine Drehung öffnen! Bzw. wenn es das Türschloss her gibt, auch von außen ganz normal per Schlüssel seine Tür öffnen.

Was passiert, wenn der Akku leer wird? Wie lange halten die Batterien? 

Wenn die Batterien bei 20 Prozent Restkapazität angelangt sind, bekommt man eine Mitteilung auf sein Smartphone, dass die Batterien ersetzt werden müssen. Nuki selbst geht von eine durchschnittlichen Lebensdauer der Batterien von ca. 10 Monaten (8 bis 10 Sperrvorgänge pro Tag) aus. D.h. meldet sich die App – sollte man noch rund 2 Monate Zeit haben, die Batterien zu erneuern. Dabei ist das Ersetzen der Batterien kein Problem! –> Verriegelung Akkufach lösen – Fach gleitet nach unten heraus –> neue Batterien einsetzen und den Einschub einfach wieder zurück in das elektronische Türschloss schieben. Fertig!

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So viel nun zu den Basics!

Kommen wir nun zur Montage des Nukis! 

Würde es eine Steigerung von einfach geben, hätte Nuki diese wohl verdient!

Grundsätzlich stehen dem Käufer zwei Montagemöglichkeiten zur Verfügung!

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Variante 1: Wenn das Schloss leicht über steht – wäre es möglich mit Hilfe von drei Madenschrauben, die Montageplatte zu montieren. Mein Schloss erfüllte genau die Mindestanforderungen – aber ganz ehrlich – nachdem die Schrauben das zweite mal abgerutscht sind – habe ich mich für Variante 2 entschieden!

Variante 2: Die Montageplatte wird mittels doppelseitigem Klebeband einfach fest geklebt! Zuerst hatte ich zwar so meine Bedenken, ob dies auch gut halten würde – aber nach über 4 Monaten Praxiserfahrung kann ich behaupten – der Kleber hält!! Von da her – wenn es bei Euch passt – wählt die Klebevariante – quick and dirty – sozusagen!

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Nun wird der Schlüssel ins Schloss gesteckt und der Keyturner einfach auf die Montageplatte aufgesteckt!

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Dauer – nach gefühlt einer Minute ist die Montage abgeschlossen!

 

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Einrichtung des elektronischen Türschlosses! 

Ganz so schnell wie die Hardwaremontage geht diese nicht von statten – aber mehr als 5 Minuten sollte man dafür auch nicht benötigen! Im Prinzip muss man nur die App auf sein Smartphone herunter laden – diese anstarten und den Anweisungen im Display der App folgen!

Dazu gibt es auch nicht viel mehr zu sagen – denn diese Einrichtung kann wirklich auch eine technisch unbegabte Person durchführen.

Nachdem alles erledigt ist – startet Nuki einen Parametrisierungslauf und kann danach verwendet werden.

Das war ja einfach!
Weitere Personen berechtigen! 

Jetzt ist es sinnig weitere Personen im Haushalt den Zugriff zu ermöglichen! Tja …und wie man sich denken kann – ist dies genauso einfach gelöst!

Person hinzufügen
Namen hinterlegen
Zeitliche Begrenzung definieren (wenn man möchte)
Festlegen ob aus der Ferne das Schloss bedient werden darf (wenn Bridge vorhanden)

Danach wird eine Einladung erstellt, welche man auf eine beliebige Art und Weise (z.B. per Email)  weiter geben kann.

Das war es dann auch schon!
Damit funktioniert das Schloss nun und die entsprechenden Personen haben Zutritt zum Haus!

 

Optional: Einrichtung der Nuki Bridge 
Etwas mehr Reichweite gefällig? Die Nuki Bridge verbindet sozusagen Euer Türschloss mit dem Internet und er möglicht Euch das Türschloss von überall aus zu bedienen. Normalerweise müsst ihr Euch in unmittelbarer Nähe des Türschlosses befinden, wenn ihr dieses Steuern wollt! Dank der Nuki Bridge könnt ihr z.B. auch dem Nachwuchs die Tür vom Büro aus öffnen, wenn dieser mal wieder sein Smartphone (vergessen Kids wirklich ihr Smartphone! 😉 ) vergessen hat!

Wer nun sagt – ach das brauch ich nicht – dem möchte ich dennoch die Anschaffung ans Herz legen. Vor allem dann wenn man überlegt, die automatische Türöffnung bei Annäherung an die Haustüre zu nutzen. Denn gefühlt funktioniert die Entriegelung viel präziser und schneller, wenn man sein Nuki ins WLAN holt. Natürlich nur dann, wenn das WLAN etwas nach außen abstrahlt.

Auch die Einrichtung der Nuki Bridge ist in einer knappen Minute erledigt!
Testbericht zur Funktion!
Zusperren – Aufsperren – Tür öffnen über die App oder die Smartwatch klappt reibungslos und wie man sich es für solch ein Gerät erwartet. Was soll da auch schief gehen, wenn man in direkter Kommunikation mit dem Smart  Home Türöffner steht! Gerade die Öffnung über die Apple Watch macht richtig Sinn. Leider dauert der Basis-Connect etwas länger, als wenn man das Smartphone zücken würde.

Automatische Öffnung:
Anders dagegen sieht es dagegen beim automatischen Aufsperren aus. Bei mir zu Hause funktioniert dies relativ gut – aber nicht mit einer 100 Prozent Genauigkeit. Die Genauigkeit würde ich wie folgt einteilen:

30 Prozent – die  Türe öffnet sich im richtigen Moment wenn man sich der Türe im normalen Tempo nähert

50 Prozent – die Türe öffnet nach einer Wartezeit von rund 5-10 Sekunden
(zeitlich klingt das nicht nach einem langen Zeitraum – fühlt sich aber lange an!)

15 Prozent – die Kriterien für eine automatische Türöffnung sind nicht erfüllt
(die Türe öffnet sich nur, wenn wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind – d.h. man muss sich weit genug vom „Standort“ des Schlosses entfernt haben und sich eine gewisse Zeit außerhalb dieses Bereichs befinden. Ansonsten würde ja das Schloss unter Umständen auch die Türe öffnen, wenn man sich innerhalb der Wohnung befindet! D.h. wenn man nur mal so im Garten ist – wir die Türe nicht automatisch geöffnet, sondern muss per Hand geöffnet werden.)

5 Prozent – hier kommt es zu keiner Öffnung.

Unterm Strich würde ich sagen – noch nicht perfekt. Aber man kann damit leben.
Die Dauer bis eine Türe geöffnet ist
Öffnet man eine doppelt verschlossene Tür, so fühlt sich das recht lange an. Eine einfache Türöffnung geht dagegen sehr schnell und „smooth“ von statten.

Lärmentwicklung
Ja, was soll ich sagen – der Antrieb verursacht natürlich einen gewissen Lärmpegel. Ich würde diesen für eine Eingangstüre als akzeptabel einstufen. Auch in einem Mehrparteienhaus muss man keine Angst haben, die Nachbarn in der Nacht zu wecken. Recht viel lauter dürfte das Schloss aber nicht arbeiten.

Design
Nicht gerade unscheinbar – aber mir gefällt das Design ziemlich gut!

 

Fazit: 
Seit der Türöffner Nuki bei mir montiert ist, habe ich mich zu 100 Prozent auf die Öffnung über das neue Verfahren umgestellt. Was wohl sehr für diese Technik spricht und meine positive Erfahrung mit Nuki wieder spiegelt. Klar, der Motor könnte noch etwas schneller und leiser arbeiten und die Erkennung des Smartphones könnte noch etwas schneller / besser funktionieren. Aber im täglichen Leben kann man über die eine oder andere „Fehlfunktion“ hinweg sehen. Klar – ärgert man sich kurzzeitig – wenn man vor der Tür steht und die Eingangstüre sich nicht wie gewünscht automatisch öffnet und man das Smartphone aus der Tasche ziehen muss, um die Wohnungstür zu öffnen – aber diese negativen Momente werden dann wieder über die positiven Erfahrungen gut gemacht. Z.B. dann – wenn man mit dem vollen Einkaufskorb vor der Tür steht und Nuki einem die Türe öffnet! Unterm Strich würde ich sagen – es ist noch etwas Luft nach oben und die Note „1“ wird nicht erreicht. Aber das System funktioniert gut und zuverlässig.

Benötigt man ein Nuki?
Nun ja, was soll ich dazu sagen! Knapp 230 Euro für ein elektronisches Schloss sind natürlich eine Hausnummer, aber wen man sich im Gegenzug alternative elektronische Systeme ansieht, stellt man schnell fest – so teuer ist das Nuki System gar nicht und bietet einen viel höheren Komfort als alternative Möglichkeiten der elektronischen Türöffnung. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache würde ich sagen – wenn die Tür elektronisch geöffnet werden soll – ist Nuki eine gute Wahl und man ist derzeit auf Stand der Technik.

Interesse geweckt?
Hier gehts zu Nuki!

Technische Daten:

Nuki Smart Lock:
Gewicht: 460 Gramm
Abmessungen: 110 x 60 x 60 mm
Stromversorgung: Batterien – 4x AA – Mingon
Betriebstemperatur: 10 – 40 Grad

Nuki Bridge:
Gewicht: 120 Gramm
Abmessungen: 60 x 60 x 50 mm
Stromversorgung: 220V
Betriebstemperatur: 10 – 40 Grad

Über EPICENTER

Martin Straub auf Google+

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